Ich wohne in München, in einer ziemlich versnobten Gegend. Viele junge Leute mit einem guten Job und tollen Wohnungen. Mit meinen Nachbarn kam ich immer sehr gut zurecht – abends gesellte man sich auf den weitläufigen Balkon zusammen und hielt ein Pläuschchen. Alles in allem war es eine tolle Zeit, man hatte nichts an seinem Leben auszusetzen. Genau in diesen Lebensstil habe ich mich schon absichtlich integriert – damals. Mit meiner Schwangerschaft fing es an, dass meine Nachbarn / Freunde sich von mir distanzierten. Ich hatte andere Gedanken die mich beschäftigten, nicht mehr nur feiern, Champus und das Leben genießen. Mich kümmerten eher Themen wie: welcher Kinderwagen ist am Besten geeignet für meine Zwecke? Ist es sinnvoll sich einen Kombikinderwagen zu kaufen? Und wenn, welches Modell? Und gerade dieser Kinderwagen entpuppte sich später als Streitpunkt mit meinen Nachbarn. Wir wohnen im 5. Stock in einem Altbau, daher gibt es auch keinen Fahrstuhl. Jedes Mal den Kinderwagen nach Benutzung rauf und runter zu tragen ist schier unmöglich, vor allem wenn man mit dem Kind allein unterwegs ist. Also ließ ich den Kinderwagen im Hausflur stehen, der eh sehr groß ist, stehen. Ich dachte es stört sich keiner daran. Eines Morgens hatte ich an meinem Kinderwagen einen freundlichen, anonymen Brief dran kleben, dass ich doch bitte meinen Kinderwagen aus dem Hausflur entfernen sollte. Dieser würde das harmonische Gesamtbild im Haus stören und zusätzlich noch gegen die Brandvorschriften verstoßen ,weil die Rettungswege blockiert würden. Ich ließ das natürlich nicht auf mir sitzen und fragte, wer das Aufsetzen dieses Schreibens initiiert hatte. Es fand sich jedoch keiner des es zugab. Es spitzte sich noch zu, dass ich eines Morgens meinen Kinderwagen im Garten im Hinterhof vorfand. Ich war völlig wütend. Für mich ist es vollkommen unverständlich, wie man sich so verhalten kann. Ich meine, dass man einen Kinderwagen benutzt ist ja nicht das ganze Leben, sondern nur für ca. 1 Jahr. Einen Buggy kann ich auch jedes Mal mit hoch schleppen, den großen und sperrigen Kinderwagen leider nicht. Aber an der Einstellung vieler Personen kann man leider nicht ändern.
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Oftmals ist die Barrierefreiheit in und an öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gewährleistet. Fast jede Mutter kennt diesen Kampf. Mittlerweile sind zwar fast alle Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen Niederflurbahnen. Dennoch, wenn man Pech hat, ist gerade die Straßenbahn die kommt eben ein veraltetes, herkömmliches Modell.
Oftmals lässt dann auch die Hilfsbereitschaft der Passagiere zu wünschen übrig. Alleine wuchtet man letztendlich den Kinderwagen in die Bahn. Bei U- oder S-Bahnen fängt die Problematik oftmals schon vor erreichen des Zuges an. Vielerorts gibt es keine Fahrstühle, man muss sich vorher erkundigen, an welchen Stationen ein einfacher Transport mit Kind möglich ist. Auf den Rolltreppen, wenn es den welche gibt, ist die Fahrt mit dem Kinderwagen auch nicht ganz ungefährlich. Zumal in der letzten Zeit, auf Grund eines Missverständnisses, über ein generelles Verbot von Kinderwagen diskutiert wurde. Der Aufschrei war Groß. Wie solle man sich von A nach B bewegen, ohne eigenes Auto? Die Diskussion erübrigte sich, es sollte lediglich europaweit ein Piktogramm an der Rolltreppe auf die Gefahren der Nutzung hinweisen. In Deutschland seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit, also bleibt alles beim Alten, die Aufregung war umsonst.
Doch zurück zur eigentlichen Problematik: Kinder bekommen wird scheinbar in keinerlei weise unterstützt. Im Gegenteil, selbst bei normalen Alltagsverrichtungen werden einem Steine in den Weg gelegt. Die Forderung nach einer familiengerechten Beförderung wird deutlich.
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